Polizei in Schweden mit Zweifeln an Internet-Sperren gegen Kinderpornos
Schweden hält Internet-Sperren für zweifelhaft
(pk) Im Streit um Web-Site-Sperrungen gegen den Kampf gegen Kinderpornografie hat die Polizei des Vorzeigelands Schweden Zweifel geäußert. "Unsere Sperrmaßnahmen tragen leider nicht dazu bei, die Produktion von Webpornografie zu vermindern", bilanzierte der Chef der Polizeiermittlungsgruppe gegen Kinderpornografie und Kindesmisshandlung in Stockholm, Björn Sellström, im Magazin "Focus" (kommende Ausgabe). Die Zahl der gesperrten Seiten habe sich seit der Einführung des Systems im Jahr 2005 auf 5.000 erhöht. Zudem könnten Nutzer die Stopp-Seiten problemlos umgehen.
Auch die Annahme, das lukrative Kinderpornogeschäft mittels Überwachung der Geldströme auszutrocknen, ziehen Experten in Zweifel. "Zwei Drittel der Täter tauschen Bilder kostenlos im Web", sagte der Professor für forensische Psychiatrie an der Universität Regensburg, Michael Osterheider, dem Magazin. Anfang März hatten sich zur Aufdeckung von Transaktionen zwischen Produzenten, Vertreibern und Konsumenten von Kinderpornografie große Finanzdienstleister wie Visa oder Mastercard zur „European Financial Coalition“ zusammengeschlossen.

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