Geteiltes Echo von Sinti- und Roma-Vertretern auf kommenden ARD-"Tatort"
"Brandmal" vor Ausstrahlung in der Kritik
(dpa) Die Kölner "Tatort"-Folge "Brandmal", die an diesem Sonntag ausgestrahlt wird, ist von Vertretern der Sinti und Roma unterschiedlich beurteilt worden. Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, verschärfte in der "Bild am Sonntag" seine Kritik an dem Krimi um ein der Brandstiftung verdächtiges Roma-Mädchen. "Dieser Film tut uns weh. Er verstärkt tiefsitzende Klischees in der Bevölkerung", sagte er der Zeitung, nachdem er den fertigen Film vorab gesehen hatte.
Dagegen äußerte sich die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, Petra Rosenberg, zufrieden mit dem Film. "Unsere Proteste im Vorfeld der Sendung und die Einsicht der Verantwortlichen im Sender haben zum Erfolg geführt", schrieb sie in einem Beitrag für den Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe).
Nach den Worten Rosenbergs enthielt die erste Fassung mehrere Passagen, "in denen teils offen, teils unterschwellig - vermutlich aus Unkenntnis und nicht absichtlich - vor einem Millionenpublikum Vorurteile und Klischees bedient worden wären". Nach einem Gespräch mit dem WDR sei zunächst ungewiss geblieben, ob der Sender die Bedenken berücksichtigen würde. Doch nun sei sie erleichtert: Dem WDR sei es gelungen, "so manches Vorurteil ad absurdum zu führen." Die verantwortliche "Tatort"-Redaktion habe sich der brisanten Thematik behutsam und verantwortungsvoll genähert.


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